Tropische Platte mit Südseefrüchten im Resort-Restaurant auf Tonga

Tonga – for travellers, not for tourists

Tonga - Schriftzug aus Muscheln und Blüte im Sand

Malo e lelei – hallo – ich bin zurück vom extrem entspannenden Kurzurlaub im Königreich Tonga!

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Tonga. Der Staat direkt westlich der Datumsgrenze, der jeden Tag als erster die Sonne aufgehen sieht. Tonga ist nicht Fidschi oder Samoa, was bedeutet, dass es kein Urlaub im abgeschotteten und unwirklich perfekten Touristenresort ist. Stattdessen lässt sich Kontakt zu Einwohnern, Sprache und Kultur nicht vermeiden. Zum Glück!

Kristin, Anita, Levke und ich haben uns zusammen auf der Hauptinsel Tongatapu 5 Tage von den Abschlussprüfungen erholt… und ich muss sagen, zum Relaxen ist Tonga unglaublich gut geeignet. Natürlich, bei Palmen, Stränden, Sonne liegt das nahe – aber vor allem ist es die Lebensart: Nichts passiert schnell, jeder scheint massenhaft Zeit und immer gute Laune zu haben; so ganz anders als in Europa! Ich glaube jedoch, ewig könnte ich dort nicht leben, es gibt einfach ZU wenig zu tun. Aber eine knappe Woche statt Internet und Handy Kokosnussmilch trinken, am Strand schlafen, schnorcheln, Bücher lesen, schlafen, tropische Früchte genießen, Kava kennenlernen, Moskitonetz nicht vergessen, schlafen… passt!

Das Klima ist schon ziemlich tropisch, klar. Aber da Winter ist, habe ich mich doch schnell an die Temperaturen gewöhnt; nur bei der Ankunft hatte ich das Gefühl, in einem Schmetterlingshaus eingesperrt worden zu sein. Doch es hat die letzten beiden Tage geregnet – und dabei war es regelrecht kalt!

Angeblich gibt es unter den Tonganern keine Vegetarier, was angesichts der ganzjährig frischen exotischen Früchte eigentlich schade ist… Fleisch und Fisch geht über alles; Gemüse wird eigentlich nur mitgekocht – nicht mitgegessen! Kokosnüsse sind für Schweine und Touristen; wobei die Schweine Vorrang haben. (Allerdings ist nichts so lecker wie Kokosnussmilch direkt aus einer Kokosnuss zu trinken!!)

Die Einwohner sind unglaublich gastfreundlich: Beim Bezahlen bekam ich einen 2$-Schein zurück, der war leuchtend orangerot. Ich meinte begeistert: „Ach, der ist aber hübsch!“ Die Kassiererin: „Oh, möchtest du noch einen?“ und hält mir einen weiteren entgegen. Ich, erschrocken: „Oh nein! Ist schon okay!“

Religion ist unglaublich wichtig – in jedem Dorf finden sich mindestens 3 verschiedene Kirchen – dagegen spielt Besitz in der Kultur keine große Rolle. Es regiert ein ausgefeiltes Leih-Prinzip: Wenn dein Nachbar einen coolen neuen Flachbildfernseher hat, sollte die Allgemeinheit natürlich auch davon profitieren können, wenn z.B. ein Rugbyspiel gezeigt wird! Wenn dein Nachbar dann dummerweise nicht zu Hause ist, spricht nichts dagegen, sich den Fernseher einfach auszuleihen – und 2 zusätzliche Stühle vielleicht auch noch… Sobald so eine Leihe begonnen wurde, gehört der betreffende Gegenstand übrigens „rechtmäßig“ auch dem Ausleiher! („Gewohnheitsrecht, unglaublisch, meine Damen und Herren!“) Heißt in Tonga: Der Erstbesitzer kann den Gegenstand zwar zurückleihen, aber der Ausleiher hat auch jederzeit Anspruch aufs Wiederleihen! Ist der Gegenstand kaputt, gehört er übrigens wieder gänzlich dem Erstbesitzer; die Verantwortlichkeit für Reparatur und Ersatz ist also klar geregelt.

Insgesamt scheint das System gut zu funktionieren, jedenfalls stehen die Tonganer dem westlichen Rechtsvorstellungen, die ein neuseeländischer Police-Officer gerade zu vermitteln versucht, eher skeptisch gegenüber.

Diese Einblicke wurden uns bei einer Kava-Zeremonie gegeben. Kava ist DAS Getränk aus Tonga: Es schmeckt ein bisschen wie Pfefferminztee, sieht aus wie Milchkaffee und wäre von der Bedeutung her in unserem Kulturkreis vielleicht mit einem besonderen Alkohol gleichzusetzen. Kava betäubt Schmerzen und macht müde. Kennt ihr die Betäubungsspritzen beim Zahnarzt? So fühlt es sich an, wenn ihr Kava trinkt. Kava spielt eine wichtige Rolle bei Krönungszeremonien, wird aber auch täglich in Kava-Clubs genossen – nur von Männern allerdings. Eine Frau darf Kava höchstens einmal im Leben trinken – und zwar bei ihrer Hochzeit. (Für Ausländer werden natürlich Ausnahmen gemacht – glaube ich zumindest…!)

Tonga war echt toll; seht euch die Fotos an. Aber ich bin froh, wieder im nicht ganz so ruhigen Auckland zu sein!

Love the city – and u

P.S.: Danke Air New Zealand Entertainment – Entdeckungen, schon bevor ich Tonga erreichte!

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