Ich vor dem "I love you so much" grafitti in South Congress, Austin

Samstage in SoCo

Austin Motel

Oh wie gut, es wird nun „richtig“ Frühling in Austin! Und nirgends lässt sich die Wochenendsonne besser genießen als in SoCo. SoCo ist die Abkürzung von South Congress (Avenue) und bezeichnet eine lange Straße, die sich direkt südlich vom Fluss an Downtowns Congress Avenue anschließt – ja, sehr kreative Namensgebung… Die Abkürzung SoCo spielt auf New Yorks kreatives Viertel SoHo (South Houston) an; und es gibt Ähnlichkeiten! SoCo ist vermutlich mein Lieblingsstadtteil von Austin, was viele Gründe hat.

Monkeys Welcome

Co Star

Zugegeben, SoCo ist ein bisschen hipster- und hippieüberrannt und erinnert mich daher an eine Mischung aus Sonntagen im Mauerpark und Strandtagen in Venice Beach – leider minus Karaoke bzw. Strand. Aber das fällt nicht übermäßig negativ ins Gewicht, denn es gibt in SoCo sehr coole Restaurants, einen Amy’s Ice Cream Laden mit endloser Schlange, Künstermärkte und sehr interessante, einzigartige Shops, an denen man leicht einfach vorbeiläuft. Den „Uncommon Objects“-Laden haben wir erst beim 3. Besuch entdeckt!

The Shop

Uncommon Objects

Und dabei ist der eigentlich schon eher auffällig. Schon der Name sollte einen ja neugierig machen. „Uncommon Objects“, Ungewöhnliche Objekte, ist eigentlich einfach ein Antiquitätengeschäft, aber die Artefakte sind so liebevoll arrangiert wie in einem Museum.

Monster

Dazu ist der Laden auch noch riesig. Von verrückten „Jagdtrophäen“ über ausgediente Schullandkarten bis hin zu altem Spielzeug gibt es alles, was die eigenen vier Wände extravagant machen kann. Ziemlich faszinierend! Aber ich fürchte, dass jeder Kauf die hier herrschende perfekte Unordnung zerstören würde…

Inside the Museum

Puzzling

Auf den Künstlermärkten dagegen wird vorrangig Schmuck und Kleidung verkauft. Meist sind es echt außergewöhnliche Stücke, wie hier zum Beispiel Ketten mit dem genialen Namen „Zeit in einer Flasche“: Winzige Glasfläschchen gefüllt mit den extrem filigranen Teilen von Uhrwerken.

Time in a bottle

Insgesamt ist SoCo unglaublich bunt und von überall klingt – typisch Austin – Musik. Sei es eine Violinistin an der Ampel, eine der üblichen lokalen Bluesbands im Continental Club oder das Gitarrenduo vor dem Food Trailer. Man weiß gar nicht genau, wohin man zuerst hinsehen/-hören soll. Und so viele Menschen! Die ausnahmsweise sogar mal mehrheitlich zu Fuß unterwegs sind statt mit dem Auto zu fahren. Weil es SoCo einfach Wert ist.

Mac'n'Cheese

Amy's Ice Cream

Zwischendurch braucht es dann mal ein Eis von Amy’s oder einen Kaffee von Jo’s – oder in meinem Fall aufgrund der Wärme ein Italian Soda. Der Name klingt spektakulär, aber was genau daran „Italian“ sein soll, erschließt sich mir nicht. Es handelt sich dabei nämlich nur um Mineralwasser mit einem Schuss Cafésirup. Ich hatte zum Beispiel Vanille, das schmeckte nach spätem Frühling…

Italian Soda

Übrigens, wenn nicht gerade Wochenende ist und ich mich in SoCo oder so herumtreibe, arbeite ich als Freiwillige für den Journalismusblog an der UT. Das ist sowas wie ein Minipraktikum – unbezahlt natürlich, ich bin ja derzeit auf Touristenvisum im Lande. Ich schreibe über journalistische Entwicklungen in Nord- und Südamerika. Der Blog erscheint in den drei wichtigsten Sprachen der amerikanschen Kontinente – Englisch, Spanisch, Portugiesisch. Zum Glück muss ich nur in Englisch schreiben, aber hin und wieder übersetze ich die Texte von Kollegen aus dem Portugiesischen oder Spanischen ins Englische, was komisch ist, weil ich manches erst innerlich ins Deutsche übersetzen muss, bevor ich es auf Englisch ausdrücken kann. Naja, wenn ihr euch für Journalimus in Amerika interessiert oder vielleicht eine der Sprachen üben wollt, hier gibt’s die Gelegenheit dazu! 😉

I love you so much

P.S.: Weil es einfach nach Frühling klingt und mich trotzdem an letztes Silvester erinnert.

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