Erdbebenschäden in Christchurch

Rise up CHCH

Von Fox Glacier aus fahre ich zurück nach Greymouth, um mit dem Zug nach Christchurch zu fahren. Alle, die diese Tour gemacht haben, schwärmten davon… und ja, ich muss sagen, es war die schönste Eisenbahnstrecke, die ich bisher gefahren bin!

Lake Brunner auf der Zugfahrt von Greymouth nach Christchurch

Tranzalpine Zugfahrt im Winter

Der Tranzalpine geht durch einen Nationalpark, direkt durch die neuseeländischen Alpen – eindrucksvoll und schneebedeckt. Nachdem ich sozusagen Stunden im offenen Aussichtswaggon verbracht habe, genieße ich mit einem Becher heißer Schokolade in den Händen die letzten Kilometer nach Christchurch durch die Canterbury Plains. Beim Sonnenuntergang natürlich!

Taramakau River im Winter aus dem Zug heraus

Als ich Christchurch erreiche, ist es schon dunkel. Ich übernachte wieder bei Couchsurfern, die zum Glück ganz in der Nähe des Bahnhofs wohnen – in einem unzerstörten Stadtteil. Denn ja, selbstverständlich sieht man der Stadt noch an, dass sie unter mehreren schweren Erdbeben gelitten hat. Während ich da war, gab es abends wieder ein Nachbeben; es fühlt sich an, als würde ein schwerer LKW direkt neben deinem Haus vorbei fahren. Meine Hosts meinten, dass es solche Erschütterungen täglich gäbe, manche sind nur so tief, dass sie nicht spürbar sind. Nun, „meins“ war deutlich zu merken…

Nachdem ich dann trotzdem tief in meinem EIGENEN Bett in meinem PRIVATEN Zimmer geschlafen habe (Couchsurfing ist unglaublich), erkunde ich das Stadtzentrum. Oder was davon übrig ist… Fast völlig zerstört und unzugänglich; alles eingezäunt.

Abgesperrtes Stadtzentrum von Christchurch

Erdbebenschäden in Christchurch

Dennoch: Die City ist nicht deprimierend, vielmehr im Aufbruch und wirklich optimistisch! Ich muss sagen, keine Stadt in Neuseeland hat mich so freundlich empfangen wie Christchurch; auf der Straße werde ich ständig von lächelnden Passanten gegrüßt, vorbeifahrende Autos hupen – und die Fahrer haben mir teils tatsächlich zugewinkt. Hat mich anfangs total aus der Fassung gebracht.

Rise again Christchurch Schild im Stadtzentrum

Weil ich meine Tour durch das noch vor wenigen Monaten wunderschöne Zentrum der größten Stadt der Südinsel schnell beendet ist, mache ich noch einen Abstecher in den Hafenvorort der Stadt; Lyttelton. Ein ruhiger Fischerort, leider auch viel zu sehr vom Erdbeben getroffen worden. Aber ich spüre, dass der Stadtteil bereits wieder auf dem Weg zurück zu seiner coolen, freundlichen Atmosphäre ist.

Mein Gastgeber Dean ist übrigens original aus Christchurch und (dementsprechend?) unglaublich nett. Als er sich mir vorstellt, sitzt er gerade am Tisch, vor ihm eine Nähmaschine. Er hat sich aus weinrotem Jerseystoff eine Hose selbst genäht… tja… ich muss einfach lachen und sage: „Du bist garantiert der erste Junge, den ich live an einer Nähmaschine sehe!“ Er lacht auch: „Naja, das kann ich mir vorstellen!“ Auch ansonsten war er einfach cool, mehr „typisch kiwi“ geht eigentlich nicht: Surfer, Skater, Snowboarder.

Fluss Avon im Stadtpark von Christchurch

Christchurch Hagley Park

Christchurch strahlt eine beeindruckende, kreative Energie aus und die Schönheit der Stadt ist definitiv noch sichtbar. Ich würde zu gerne in ein paar Jahren nochmal vorbeikommen und sehen, wie sich alles entwickelt hat…

P.S.: Eines der Lieder, das auf der Benefizveranstaltung für CHCH gespielt wurde.

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