Die Karlsbrücke und ich

Bohemian Rhapsody

Ausblick vom Kathedralenturm über das Prager Schloss

Inzwischen ist es schon wieder ein paar Wochen her: Mitte Juli war ich mit Caro im wirklich sehr schönen Prag. Angekommen sind wir am Freitag mit dem Fernbus und ein bisschen Verspätung am nicht ganz so schönen Busbahnhof. Und zusammen mit uns ungefähr alle Junggesellen Europas, die ihre Abschiede anscheinend ausnahmslos in der tschechischen – einst böhmischen – Hauptstadt feiern.

Konzerthaus von Prag

Die Karlsbrücke, das Schloss und die Moldau

Das ist ja auch nachvollziehbar: Prag ist schließlich nicht nur sehenswert, sondern auch noch günstig und innerhalb Europas zentral gelegen. Aber mit dieser Masse an Touristen hatte ich trotzdem nicht gerechnet. Auf der Karlsbrücke war es selbst nach Sonnenuntergang fast unmöglich, ein Foto ohne menschliches „Beiwerk“ zu machen.

Abendliche Karlsbrücke und Schloss Prag mit Touristen

Daher sind wir erst einmal vor den Menschen in die Salvatorkirche geflohen und haben uns bei Kerzenschein Orgelmusik angehört. Natürlich auch etwas von Dvořák.

Im Nachhinein gut, dass wir es am ersten Abend so ruhig angehen ließen. Denn am Samstag stand eine Stadttour an, die man wohl zutreffender Stadtwanderung nennen muss, weil wir mindestens 20 Kilometer zurückgelegt haben. Natürlich zu Fuß, sonst sieht man ja nichts von der Welt. Dazu sollte man wissen, dass Prag ziemlich hügelig ist. Es lohnt sich aber absolut, auf den Petrin zu gehen oder zur Burg, denn die Ausblicke auf die Stadt und die Moldau sind unglaublich.  Richtig entspannt war es bei dem riesigen Metronom im Letna-Park.

Petrin Turm von Prag

Kathedrale am Schloss Prag

Ausblick vom Schloss über Prag

Bar am Metronom im Letnapark

Das Metronom im Letnapark

Abends haben wir uns dann allerdings aus dem Hotel nochmals in die Stadt gezwungen, um ins vegetarische Restaurant Lehká hlava zu gehen. Das Essen war richtig gut, besonders dieser Kartoffelauflauf und die Himbeerlimonade! Nach dem vegetarischen Essen haben wir uns dann noch einen Trdelnik gegönnt. Das erinnert ein bisschen an Stockbrot, aber in süß. Ziemlich lecker und ziemlich sättigend.

Im Lehká hlava wurden wir außerdem schnell und freundlich bedient. Normalerweise würde ich das nicht erwähnen. Aber leider muss ich sagen, dass die Prager nicht so den höflichsten Eindruck bei mir hinterlassen haben. (Ich lebe in Berlin, bin also Einiges gewöhnt.) Ich kann es ja verstehen; ich wäre auch genervt, wenn täglich Tausende Touristen meine eher kompakte Stadt fluten. Ist trotzdem unklug, das deutlich zu zeigen, immerhin bringen die Besucher Geld zum Ausgeben mit. Und Prag hat tatsächlich mit 2,8 Prozent eine der niedrigsten Arbeitslosenquoten in der EU, was garantiert auch dem Tourismus zu verdanken ist. Aber mir schien, dass wir oft explizit ein wenig später als möglich bedient wurden. Sobald wir mit Englisch anfingen, gab es ein Augenrollen.  Ich bin sicher, dass die Prager Kellner sehr gut Englisch sprechen, aber aus unerklärlichen Gründen haben sie sich auf Imperative beschränkt. Oder Gesten. Oder sie haben konsequent Tschechisch mit uns gesprochen. Jedenfalls habe ich mich nach nicht einmal 24 Stunden in der Stadt nicht mehr getraut, die Bedienung auf die Ameisen in der Karamellsauce zu meinem Apfelstrudel hinzuweisen.

Ameisen im Apfelstrudel

Doch egal. Über Paris heißt es ja auch manchmal: „Tolle Stadt – aber diese Franzosen!“ Das würde ich auf Prag übertragen. Die Stadt hat mich beeindruckt mit den engen, fast südeuropäischen Gassen, kleinen Inseln, zahllosen Brücken, den traumhaften Farben beim Sonnenuntergang und beeindruckend gut erhaltenen Häusern.

Seilbahn zum Petrin

Die Karlsbrücke und ich

Am Sonntag haben wir dann nicht mehr allzu viel geschafft. Das lag vor allem daran, dass wir von der Wandertour – Caro hatte sogar Muskelkater – und dem abendlichen Feierngehen des Vortags müde waren. Also haben wir uns nur das Schloss Troja außerhalb des Stadtkerns angesehen, ewig lange in einem Restaurant gesessen und dann im Bus zurück halbwegs geschlafen.

Schloss Troja bei Prag

Vielen Dank nochmals für die private Stadtführung, Caro! Ich würde Prag übrigens gerne auch noch im Winter sehen…

Schloss, Karlsbrücke, Caro und ich

"Travel is never a matter of money but of courage." Bank in Prag

P.S.: Weil es zu einer so romantischen Stadt einfach passt.

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