Ausblick auf die Skyline von Montréal vom Mont Royal

Oh wie schön ist Kanada

Ice skating

Inzwischen ist es zwar schon so lange her, dass es mir vorkommt, als läge es Jahre zurück… Aber ich möchte trotzdem noch von meiner Woche in Kanada berichten, die meinen Aufenthalt in Amerika abgeschlossen hat.

Vom 6. bis zum 13. März waren Rebecca und ich in Kanada, genauer in Toronto und Montréal. Und wie der Titel erahnen lässt, hat es mir ziemlich gut gefallen! Allerdings ist Anfang März vielleicht nicht unbedingt die allerbeste Reisezeit für diesen Teil der Welt – von texanischer Wärme auf Temperaturen um den Gefrierpunkt zu wechseln läuft nicht ganz ohne leichte Wehmut… Dafür ist mir der Schnee so nicht vollkommen entgegangen und zur Abwechslung war er eigentlich ganz nett; Winterurlaub eben! Darüber hinaus war es eine Einstimmung auf Deutschland.

Das war Kanada übrigens nicht nur temperaturtechnisch. Es klingt vielleicht komisch, aber gefühlt liegt Kanada viel näher an Europa als an den USA. Als ich in Toronto ankam, war alles so… ordentlich. Organisiert. Effizient! (Und das ist das vielleicht deutscheste Wort überhaupt.) Somit habe ich mich natürlich sofort sehr zu Hause gefühlt, aber prompt auch ein paar USA-Qualitäten vermisst: Als ich z.B. mit meinen 100kg Gepäck in den Airport-Bus eingestiegen bin, hat mir selbstverständlich keiner geholfen, sondern mich missbilligend angestarrt, weil ich dermaßen den Verkehr aufhalte.Beim Aussteigen drängten sich die Leute dann hektisch an mir vorbei. Mir fiel auf, dass ich diesen Grad von Gestresstheit bei den Menschen im Süden der USA nie erlebt habe – und vor allem nicht vermisst habe!

Buffalo at Niagara Falls

Auf der Plus-Seite steht dafür dann aber auch, dass der Bus von Toronto zu den Niagara Falls perfekt pünktlich losfährt (die Wasserfälle werden übrigens eher wie Niag’ra Falls ausgesprochen und reimen sich daher lustigerweise auf ein medizinisches Mittelchen, das mit „V“ beginnt). Die Niag’ra Falls im Winter sind übrigens ziemlich krass – wobei ich vermute, dass sie das auch im Sommer sind – und ich würde sagen, dass die kanadische Seite auch nochmal einen Tick cooler ist als die amerikanische, denn man sieht einfach mehr von den Fällen!

Whirlpool

Ice and Snow Falls
Niagara Falls

Zu unserer Tour gehörten neben den Fallsauch noch ein Stop im idyllischen Dörfchen Niagara-by-the-Lake und eine Eisweinverkostung. Auf Anraten unseres Tourguides haben wir uns dann bei CC&Dry (seit Neuseeland nicht mehr getrunken!) am Abend das Hockeyspiel der Toronto Leaves in einer Sportsbar angesehen. Ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr, wer gewonnen hat, aber ich weiß, dass meiner Meinung nach Kanada im Vergleich zu den USA den spannenderen Nationalsport hat (who cares about Football, after all).

Wine Tastint

CC&Dry
Toronto dagegen erinnert mich als Stadt zwar an New York, kann jedoch hier mit der US-Konkurrenz auf keinen Fall mithalten. Toronto ist sicherlich angenehm, besonders haben mir Little Italy und die Old Town gefallen und die Tatsache, dass man im Zentrum überall zu Fuß hinkommen kann und dass auf den Straßen alle möglichen
Sprachen zu hören sind. Doch die Waterfront ist leider ziemlich lieblos (un-)gestaltet. Hastig aus dem Boden gestampfte, seelenlose Glaswohntürme – sogenannte Condos – haben der Stadt zudem jede Chance auf eine Skyline mit Wiedererkennungswert verbaut.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Toronto

Montréal hat mir in der Hinsicht besser gefallen. War es der französische Einschlag, gerade auch in der Architektur? Die Croissants zum Frühstück? Die selbstverständliche Bilingualität, die jedem in Québec gleich zwei Persönlichkeiten verleiht? Oder einfach der Ahornsirup?!

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Montréal

Jedenfalls ist irgendwas an Montréal sehr sympatisch, besonders von Mont Royal, dem Stadtberg aus betrachtet.

Plateau Royal de Montréal

Montréal Mont Royal

Aber klar ist Kanada eher Land und Fluss als Stadt, immerhin leben im flächenmäßig zweitgrößten Staat der Welt nur 35 Millionen Menschen (zum Vergleich: 350 Millionen in den USA). Entsprechend gibt es vieeeeel Natur, insbesondere im Norden des Landes.

Um auch diesen Teil zumindest ansatzweise kennenzulernen, sind wir in den Nationalpark Mont Tremblant gefahren, etwa 150km von Montréal entfernt. Die Autobahn war gesäumt von Skipisten; zum Teil glaubte ich, die Skifahrer würden am Ende direkt vor uns auf der Straße ankommen. An dem Tag war es übrigens eisig, wir hatten teils -13°C (die klugen Kanadier verwenden sowohl Celsius als auch das metrische System). Doch die Kälte konnte uns nicht davon abhalten, Langlaufski auszuleihen und eine angeblich „anfängergeeignete“ Runde von 6km durch einsamen Nadelwald zu fahren.

Wir hatten beide noch nie zuvor Langlaufski ausprobiert und ich bin im Grunde auch sonst noch niemals Ski gefahren… Naja, offensichtlich habe ich es überlebt, obwohl wir uns wegen mir einmal verfahren haben und daher statt 6 eine 10km-Runde zurückgelegt haben. Und falls ihr meint, man könnte auf Langlaufskis nicht hinfallen: Doch, man kann… und dabei sogar andere mit ins Unglück reißen…

Mont Tremblant

Skiing

Doch wir waren vor Einbruch der Dunkelheit zurück, haben dann auf der Rückfahrt noch versucht, eine Sugar Shack zu finden, um zu sehen, wie Ahornsirup gewonnen wird. Wir haben sie auch gefunden, aber die Führungen finden leider nur an Sonntagen statt. Tja. Also weiter nach Montréal, wir waren ohnehin müde genug… Doch so einfach sollte es nicht werden, es setzte dann erst einmal ein kräftiger Schneesturm ein, der uns etwa 15cm Neuschnee und Schneeverwehungen bescherte – einen Tag vor unserem Abflug!

Rue St Denis

Glücklicherweise sind Kanadier wie schon erwähnt gut organisiert und haben dieses Problem mit (wohl ebenfalls landestypischer) Gelassenheit gemeistert. Am Trudeaux-Flughafen von Montréal gingen daher unsere Flieger mit nur wenig Verspätung ab; leider in entgegengesetzte Richtungen: Rebeccas zurück nach Austin, meiner mit Zwischenstopp in New York nach Berlin.

Trudeau Airport

Und Berlin ist auch meine aktuelle Station geworden. Was soll ich sagen, eine beeindruckende, einmalige Stadt – vielleicht derzeit sogar eine der spannendsten der Welt. Danke an alle, die mich während meines Auslandsaufenthalts begleitet haben. Es gibt nichts Cooleres, als zu hören: „Hey, ich hab deinen Blog gelesen! Und ich finde ja…“ Völlig egal übrigens, ob euch die Einträge dann gefallen haben oder nicht; ich freue mich einfach, wenn ich nicht nur für mich allein schreibe. Also: DANKE!

Love in Montréal

P.S.: Nein, natürlich kein Justin Bieber! Stattdessen einfach begeisternde Musik aus Kanada.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Welt-Erfahrungen