Rugby World Cup 2011 in Downtown Auckland

Kare Tāmaki-makau-rau

Geliebtes Auckland,

ich weiß, oft habe ich mich beschwert: „Pah, Auckland ist bloß eine Stadt wie jede andere, nichts besonderes. Neuseeland allerdings ist unvergleichlich!“

Sicherlich würde ich dem zweiten Satz meiner Aussage immer noch zustimmen. Aber der erste Teil… oh, was für eine Fehleinschätzung!

Blick vom Skytower auf die Harbour Bridge Auckland

Die Wahrheit ist: Auckland, du bist wundervoll. Klar, du bist nicht so stylisch und kosmopolitisch wie deine Konkurrentin Sydney; sicher hast du nicht so viele edle historische Gebäude wie europäische Städte à la Paris und keines deiner Viertel heißt Hollywood oder Beverly Hills. Du bist nicht unfassbar, sondern „normal“. Schade? NEIN, gut so! Denn nur so ist es mir möglich gewesen, dich wirklich als mein Zuhause zu verstehen!

Zwar spielst du dich manchmal ganz schön auf; versuchst gerne mehr zu bedeuten, als du realistisch betrachtest jemals sein kannst (hallo, du liegst am Ende der Welt; am menschenleeren Ende). Deine Hostels sind im Allgemeinen eine Katastrophe und die Internetgeschwindigkeit in deiner Umgebung auch. Ich wurde regelrecht depressiv, wenn ich das Wochenende mal nicht weit weg von dir verbringen durfte; glaubte nämlich, zusammen mit dir nur meine Zeit und mein Geld zu verschwenden.

Queenstreet, Aucklands Hauptstraße

„Auckland braucht keine Chinatown, die ganze Innenstadt ist doch schon chinesisch!“, habe ich gelästert. „In Auckland gibt es alle vier Jahreszeiten an einem Tag“, habe ich mich im Chor mit allen über dein unvorhersehbares Wetter beschwert. Dabei kannst du doch nichts dafür, dass du vom Ozean umgeben bist – und unterm Strich hat direkt am Meer leben überwiegend positive Aspekte!

Nicht nur, dass jeder Zehnte deiner Einwohner ein Boot besitzt, du verwöhnst deine Bewohner mit unzähligen Stränden direkt in der Stadt – Mission Bay, Takapuna usw. Und wer etwas weiter fährt, entdeckt nur eine Stunde westlich deine einsamen Traumstrände… Piha, Karekare, Whatipu, Bethels – einer schöner als der andere.

Piha - Strand mit schwarzem Sand in West Auckland

Du hast malerische Laufstrecken – Tamaki Drive am Segeljacht-Hafen entlang oder Domain, vorbei an Rugbyfeldern und deinem riesigen und sehenswerten Museum.

meine liebste laufstrecke am Tamaki Drive Auckland

Bemerkenswerte Viertel: Das dorfgemütliche Parnell (hooooome!!) oder snobby Ponsonby, Shoppingparadies Newmarket und gechilltes Mt Eden. Devonport an der North Shore ist ebenfalls wunderschön und nur 10 Minuten Fährfahrt entfernt.

das grüne Devonport, North Shore Auckland

Central ist auch nicht schlecht: Deine Wolkenkratzer wirken niedlich neben dem höchsten Gebäude der südlichen Hemisphäre und meinem Orientierungspunkt Nr. 1: Skytower! Deine beiden Unis liegen mitten im Geschehen und dazu genau am entspannten Albert Park.

Der Skytower Auckland von unten

Blick auf Downtown Auckland vom Skytower

Sollte ich noch erwähnen, dass du auf 50 Vulkanen erbaut wurdest? Von deren Spitzen aus man tolle Fotos von dir machen kann.Oder die als eine von vielen Ausflugsinseln direkt vor deiner Küste liegen, wie zum Beispiel das weinverrückte Waiheke. Und manche Städte prahlen schon mit 7 Hügeln…

Sonnenaufgang über auckland vom Mount Eden

Deine Einwohner mögen zwar als JAFAs (Just Another F***cking Aucklander) bekannt sein, doch ich habe nur die besten Erfahrungen mit ihnen gemacht. Sie sind hilfsbereit und offen wie alle Kiwis. Und vielleicht noch toleranter als der Durchschnitt – für den Beweis, geh einfach zur K‘ Road alias Karangahape Road (unaussprechlich), wo sich meine Arbeitsstelle befand und schau dir an, wie die Leute da rumlaufen… crazy, dank bester Second Hand-Läden (oder, wie du es nennen würdest: Op Shops).

Chinese Lantern Festival im albert park auckland

Auckland, ich vermisse deine Multikulturalität, die Polynesier, deine vielen Gesichter. Deine Übersichtlichkeit, ohne dass ich je alles von dir gesehen hätte. Die warmen Mrs Higgins Cookies auf der Queenstreet, günstiges und superleckeres „japanesisches“ Essen, das 1885, Cassette 9, Rakinos, Danny Doolan’s, Father Ted’s, 24/7 Lebensmitteleinkäufe beim Countdown, Raw Power Salatbuffet, das iMAX, mit einem Flat White in der Hand die High Street entlangschlendern. Ich vermisse sogar dein undurchschaubares Bussystem und die komische Ampelschaltung und das Geräusch, wenn die Fußgänger Grün bekommen. Dieses Wow-Gefühl, wenn man von der North Shore über die Harbour Bridge fährt und deine Silhouette sieht. Die geniale Stimmung während des Rugby World Cup.

Rugby World Cup 2011 in Downtown Auckland

Aber insbesondere: Meine colleagues, meine classmates, meine flatmates, meine Freunde.

meine kollegen und ich von meinem praktikum beibuto productions in auckland

beim feiern in Cassette 9 in auckland

Aroha nui. Hei te wā tītoki.

P.S.: Im Rahmen des Rugby World Cup ’11 gab’s überall in Auckland flash mobs – auf typisch kiwi. Hier einer Downtown, Queenstreet. Enjoy!

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