Verdrehte Treppe am Riverwalk San Antonio

Into the Wild (South) West: Trip to San Antonio

San Antonios Tower of the Americas

Vergangenen Samstag habe ich das erste Mal Austin verlassen! Zusammen mit drei Busladungen voll International Students – was übrigens bei weitem nicht alle Internationals waren, die derzeit hier studieren – ging es nach San Antonio. Die Stadt ist nur etwa 1,5 Stunden Fahrtzeit von Austin entfernt, deswegen lohnte sich ein Tagestrip. San Antonio ist mit etwas über einer Million Einwohnern die zweitgrößte Stadt in Texas und (was ich bis vor fünf Minuten auch nicht wusste) die siebtgrößte Stadt in den USA! Ehrlich gesagt, vom Ausflug her hätte ich sie auf kleiner als Austin geschätzt… aber wir hatten auch einen straff organisierten Besichtigungsplan und wurden zwischen den einzelnen Stopps mit den Bussen gefahren. Was gut war, denn amerikanische Städte lassen sich selten zu Fuß bewältigen.Nun, zurück zu San Antonio. Zuerst haben wir uns ein Museum des dortigen Ablegers der University of Texas zum Thema „Immigration nach Texas“ angesehen.

Karte deutscher Auswanderer in Texas

Heimatmuseum in San Antonio

Deutsche waren natürlich auch eine wichtige Einwanderergruppe, es gibt übrigens immer noch sehr viele Städte in Texas, die seltsam deutsche Namen tragen, z.B. New Braunfels und Fredericksburg. Es gibt auch ein Weimar ziemlich genau zwischen Austin und Houston; liegt gleich neben Schulenburg. Tatsächlich habe ich von einem anderen deutschen International erfahren, der darin für seinen PhD forscht, dass es ein sogenanntes Texasdeutsch gibt, eine Mischsprache aus viel Altdeutsch und ein wenig Englisch. Die Sprache ist hier zwar am Aussterben, aber wer genau hinhört wird erkennen, dass sie erstaunliche Parallelen zu einer neuen, ebenfalls ans Deutsche angelehnten Sprache aufweist: Marketing- bzw. Manager-Denglisch (vgl. Video, besonders ab 2:38)

Nach dem Museum ging es weiter auf einen mexikanischen Markt, wo es eine Menge bunten Kram bzw. Kitsch und geniales mexikanisches Essen gab. Hoffentlich schaffe ich es bald „richtig“ nach Mexiko!

Mexikanischer Markt in San Antonio

Mexikanische Tanzvorführung in San Antonio

Eigentlich war ich an dieser Stelle schon müde genug, wieder nach Hause zu fahren, aber es stand noch ein wichtiges historisches Denkmal bevor. Ich spreche selbstverständlich vom Alamo!

The Alamo in San Antonio von außen

Der Alamo ist kulturell wohl wirklich wichtig für die Texaner. Im Grunde ist es nur ein kleiner Raum in einer ehemaligen christlichen Mission und äußerlich nicht besonders eindrucksvoll (von innen auch nicht. Doch Fotos sind eigentlich verboten, aber der anwesende Sheriff hat mit seinem Hut zu spät geschwenkt, deswegen habe ich dieses sicherlich weltweit einmalige Foto gerade noch machen können).

Im Alamo, San Antonio

Die Geschichte hinter dem Alamo ist – ganz grob – folgende: Texas gehörte nicht immer zu den USA, sondern bis 1836 zu Mexiko (als Mexiko noch zu Spanien gehörte, war Texas übrigens auch Teil Spaniens). Weil 1836 bereits viel mehr Migranten aus den USA in Texas lebten als Mexikaner, beschlossen die Texaner, lieber einen unabhängigen Staat auszurufen, nachdem sie davor sowieso schon nach ihren eigenen Gesetzen gelebt hatten – beispielsweise war in Mexiko Sklaverei verboten, aber in Texas gab es um die Zeit etwa 5.000 Sklaven. Dem mexikanischen Herrscher war das (verständlicherweise?) alles gar nicht Recht, er schickte seine Truppen nach Béxar, heute San Antonio, wo im Alamo ein Fort der texanischen Revolutionäre eingerichtet war. Um es kurz zu machen: Sie waren den Mexikanern kläglich unterlegen und verloren am Ende alle ihr Leben, verteidigten das Fort aber 13 Tage lang gegen die Angreifer, was den Texanern bis heute als Beispiel unglaublicher Heldenhaftigkeit gilt. Übrigens besiegten die Texaner Mexiko ein paar Jahre später doch noch und schlossen sich 1845 als 28. Staat den USA an.

Verdrehte Treppe am Riverwalk San Antonio

Riverwalk San Antonio

Nach den Eindrücken aus der Vergangenheit ging es zum erfrischenden Riverwalk. Die Promenade am Fluss hat etwas von Venedig; viele kleine Brücken, Wassertaxis und Cafés, Bars, Restaurants direkt am Wasser. Hier sind wir dann ein wenig am Wasser entlanggeschlendert und nach einer Margarita ging es dann auch schon wieder zurück nach Austin und zurück in den Unialltag – worüber ich aber WIRKLICH bald mehr schreiben werde!

Bis dahin schicke ich euch mal ein paar Grad von unseren durchschnittlichen 93°F, ich brauche echt nicht so viel davon und habe gehört, in Deutschland ist es gerade nur halb so warm/heiß… Cheerios!

Ich nachts in der Sixth Street von Austin

P.S.: Ich war inzwischen sogar schon ganze  z w e i  Mal in vier Wochen abends unterwegs (oh man, schon vier Wochen hier) und das hier ist der Soundtrack dazu! Zum Nachtleben in Austin aber an anderer Stelle mehr…

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