Marktplatz Rynek von Breslau

Breslau: Im Osten, was Neues

Most Tumski und ich

Das lange Wochenende Anfang Oktober habe ich genutzt, um (endlich) einmal nach Polen zu fahren. Gut, kurz über die Grenze war ich vorher schon, aber so richtig zählt das ja nicht. Und wie bisher immer, wenn es Richtung Osteuropa geht, war Caro dabei; ziemlich spontan übrigens, also vielen Dank dafür!

Unser Ziel war Wroclaw, vielleicht besser bekannt als Breslau. In erster Linie war es eine pragmatische Wahl: Breslau ist Europas Kulturhauptstadt 2016. Daher fährt am Wochenende und an Feiertagen der sogenannte Kulturzug von Berlin dorthin und zwar für unschlagbar günstige 38 Euro hin- und zurück. Die Fahrt dauert allerdings fast fünf Stunden, was etwas lächerlich ist, denn in den 1930er Jahren hat der Zug für dieselbe Strecke nur halb so lange gebraucht. Hängt irgendwie mit einer fehlenden Oberleitung zusammen.

Aber fünf Stunden Zugfahrt vergehen auch und Breslau ist wirklich das perfekte Wochenendziel. Wir hatten gerade am ersten Tag unglaubliches Glück mit dem Wetter und entsprechend erstmal durch die Altstadt und an der Oder mit den vorgelagerten Inseln entlang spaziert.

Entspannen am Ufer der Oder in Breslau

Vorplatz der Universität von Breslau

Mathematikturm der Universität Breslau

Unter anderem auf den Spuren der Zwerge, die überall in Breslau verteilt stehen – ein Projekt von Kunststudenten. Hier zum Beispiel das Ensemble vor der Philharmonie.

Zwergenorchester vor der Breslauer Philharmonie

Der mittelalterliche Stadtkern wurde ordentlich restauriert. Der ringförmige Marktplatz Rynek ist wohl einer der schönsten Plätze Europas.

Marktplatz Rynek von Breslau

Kirche Heilige Elisabeth von Breslau

Es gibt gefühlt 100 Kirchen in der Stadt; wir haben aber nur zwei besichtigt. Zu den Kirchen gehören natürlich auch Kirchtürme. Tolle Aussichten auf die Gassen der Stadt und den Fluss gibt es also mehr als genug. Wir waren auf der Kathedrale; in der Ferne links sieht man den Sky Tower, das höchste Gebäude Polens.

Ausblick von der Kathedrale auf Breslau

Die Jahrhunderthalle hatte mich zuerst etwas enttäuscht. Das Wasserspiel mit Lichtshow, was offenbar immer zur vollen Stunde einsetzt, hat den Ausflug mit der Tram dann aber doch gerechtfertigt. Besonders, weil wir auf dem Weg zurück diese fotogene gelbe Brücke entdeckt haben!

Die Most Zwierzyniecki, unser Shooting Star

Besonders gefallen hat mir aber, dass es in Breslau abseits der schick sanierten Straßen der Innenstadt noch vergessene Orte gibt.

"lost place" in Breslau

Was mich überrascht hat: Breslau ist eine ziemliche Studentenstadt und hat eine ausgesprochen ausgeprägte Erasmus-„Kultur“. Der Partyhof mit unzähligen direkt nebeneinander liegenden Clubs erinnerte mich an beste Lissabonzeiten im Bairro Alto. Inklusive der Massen an Spaniern…

Als junge Studentenstadt kann Breslau selbstverständlich mit vegetarischen Restaurants aufwarten. Die Piroggen am Marktplatz waren auch lecker. Darüber hinaus gibt es guten Kaffee an jeder Ecke. Und natürlich ist alles polnisch-günstig –> traumhaft! Im Nachhinein frage ich mich, warum wir eigentlich nach so kurzer Zeit schon wieder zurück nach Berlin gefahren sind…

Straße Ruska in Breslau

Herzhafte Piroggen am Rynek in Breslau

Übrigens sind die Kellner freundlich ( das möchte ich nach den Erlebnissen in Prag nochmal betonen). Vermutlich, weil Breslau noch nicht so hypertouristisch ist. Fragt sich allerdings, wie lange das noch so sein wird. Also, der Kulturzug fährt noch bis Ende 2016. Ich kann nur raten: Steigt ein!

Polnisches Eis = Lody = superlecker

P.S.: Weil wir noch einen Tag Sommer im Oktober hatten. Außerdem Caro gewidmet. 😉

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