Palmen und Strandpromenade von Miami Beach

I’m in Miami B**ch!

Türkisgrüne Traumstrände Floridas aus dem Flugzeug

Also dann, weiter geht’s von New Yorks National Airport La Guardia nach Fort Lauderdale. Naja, okay, in Fort Lauderdale haben wir eigentlich nur unseren Mietwagen abgeholt, einen schönen Nissan („Er fährt sich sooo gut, du verpasst echt was!“) und sind dann direkt nach Miami Beach in unsere Unterkunft gefahren. Diese lag wirklich nur unfassbare drei Blocks (auf deutsch: Straßenkreuzungen) vom Strand entfernt. Wir wohnten bei einem Kubaner, der selten anwesend war, dafür ein mit ihm befreundeter Franzose, der gerade sein Miami-Haus verkaufen wollte, weil es einfach nur zu anstrengend gewesen war, den Pool und die Mieter zu verwalten – Luxusprobleme eben…

Promenade

Aber eigentlich war Philippe ziemlich cool, zumindest hat er uns interessante Dinge über Miami erzählt, z.B. dass die Stadt in den 80er Jahren im Grunde noch völlig aus eher älteren und eleganten Leuten bestand, während gerade Ocean Drive nun vom „geschmacklosen“ Partyvolk überlaufen wird. Was seine aktuelle Einschätzung angeht, muss ich ihm schon zustimmen…

Straßenschild Ocean Drive Miami Beach

Club an der Strandpromenade von Miami Beach

Trotzdem hat Miami Beach etwas; es ist sehr karibisch, auf den Straßen klingt Spanisch, es ist unvorstellbar heiß und feucht, überall surren die Klimaanlagen, die Leute wirken urlaubsentspannt und haben zu jeder Tageszeit riesige(!) Cocktails vor sich stehen.

Strandpromenade von Miami

Alte und moderne Architektur in Miami

Miami dagegen ist eher nichts besonderes. Wirklich, mir fällt zu der Stadt nichts zu sagen ein, außer vielleicht, dass es eine coole Hochbahn gibt, die auf Autoreifen fährt und dass die Stadt nachts für eine von Miami Beach aus betrachtet als Fotohintergrund ganz gut geeingnete Lichtverschmutzung hervorbringt. Oh, und vielleicht, dass man nach Miami muss, um nach Key Biscayne zu fahren, eine kleine vorgelagerte Insel mit einem Naturschutzgebiet, Leuchtturm und strandbelagernden, auch gerne viel Müll zurücklassenden Amerikanern.

Strand und Leuchtturm von Key Biscayne

Waschbär wühlt in Mülltonnen am Strand von Key Biscayne

Es lohnt sich dagegen wirklich, die Everglades zu besuchen! Klar, gerade da ist es superheiß und es mag nicht jedem zusagen, bei Temperaturen von fast 40°C ein überteuertes Fahrrad auszuleihen und 24km (15 Meilen) ohne die geringste Hoffnung auf Schatten durch eine Landschaft zu fahren, die irgendwie stark Mecklenburg-Vorpommern ähnelt.

Grüne Weite der Everglades

Aber der Nationalpark entschädigt für die unerträgliche Hitze, denn wo sonst sonnen sich Alligatoren nicht durch eine Glasscheibe abgeschirmt und höchstens einen Meter von dir entfernt im Gras? Außerdem haben wir Schlangen und Schildkröten gesehen sowie etwas unheimliche Vögel, vermutlich Geier.

Bicycle Tour

Aligator in den Everglades, versteckt im Gras

Wer in Florida ist, muss tauchen gehen. Oder zumindest schnorcheln… das haben wir auch gemacht und zwar bei Key Largo. Die Keys sind berühmt für ihre Korallenriffe und im badewannenwarmen Wasser macht es natürlich besonders viel Spaß, sich diese anzusehen. Leider habe ich keine Unterwasserkamera, aber es sah echt toll aus; die seltsamen Pflanzen und dazwischen die großen, krass bunten Fische. Ich habe sogar sowas wie einen kleinen Hai gesehen (glaube ich zumindest)… leider gab es an einem Spot auch fiese Quallen, die bei Berührung ziemlich auf der Haut brennen. Das ist aber nicht so schlimm – also das behaupte ich jetzt mal, denn ich wurde ausgesprochen häufig gestochen und habe es überlebt… aber es war etwas unfair von unserer Crew, uns nicht vorzuwarnen… naja, Florida eben.

Station der Küstenwache von Miami Beach

Straßen von Miami - Strandfeeling inmitten der Stadt

Mein Couchsurfer in Austin meinte nur, als ich ihm nebenher erzählte, dass in Touristenshops Autonummernschilder verkauft wurden: „Das klingt illegal… das klingt nach Florida!“ und „In Florida leben eigentlich vor allem in Rente gegangene Drogenbosse aus Chicago und so.“ Gut zu wissen, besonders im Nachhinein.

Nein, ernsthaft, wir hatten eine sehr entspannte, unkomplizierte Zeit in Florida (und haben auch kein Autokennzeichen gekauft). Allerdings: Ganz ohne Gesetzesbruch haben wir uns angemessenerweise auch nicht in Florida aufgehalten. Und das ist vielleicht wirklich ein wichtiger Hinweis, wir wissen nämlich noch nicht, was da noch auf uns zukommt… also Folgendes: In Florida gibt es sogenannte Toll Roads, das sind Mautstraßen. An sich kein Problem, dachten wir, da wir einen Fixpreis von 37$ für eine Woche gezahlt haben, der uns erlaubt hat, alle Express Ways mit Toll einfach zu befahren. Soweit, was uns der Sixt-Mensch erzählt hat. Leider gibt es unterschiedliche Mautsysteme und nein, unsere Pauschale deckte natürlich NICHT alle ab, nur die öffentlichen. Es gibt jedoch daneben noch jede Menge Privatstraßen, deren Durchfahren meist um 1,75$ kostet. Man kann diese Straßen vermeiden, aber das haben wir nicht, weil wir uns auf der sicheren Seite wähnten… nun, Sixt meinte, es wird nun wohl für jedes unrechtmäßige Durchfahren eine fee von 5$ fällig. Oh, aber sicher wäre sie sich da auch nicht, es könnte auch ganz anders sein. Wir haben im Nachhinein u.a. Straßenschilder mit Forderungen bis zu 100$ gesehen. Florida eben (oder USA im allgemeinen?): Alles etwas uneinsichtig für Europäer.

Das soll jetzt nicht abschrecken! Florida ist gerade deswegen auch eine irgendwie lustige Erfahrung, weil man öfter mal „Das kann doch jetzt nicht ernst gemeint sein!“ denkt. Es ist abenteuerlich und gleichzeitig paradiesisch. Die ewig langen Highways sind schnurgerade und die Geschwindigkeitsbegrenzungen verführen geradezu, das Phänomen „Ruhe und Gelassenheit“ neu zu entdecken.

Bar am Espanola Way in Miami

Wir auf einem Baum am Ocean Drive Miami Beach

Und das war gut so, denn mein nächster Stopp ist bereits Austin, Texas – und damit geht es nun ins wahre Leben im Wilden Westen!

Floridas AutokennzeichenPhoto credits go to Tobias.

P.S.: Und noch ein echter Klassiker des „geschmacklosen“ Partyvolks vom Ocean Drive, Miami Beach.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Welt-Erfahrungen