Segelboot in Schieflage

I was sailing…

Die eher unkreative Überschrift tut mir leid, aber das Lied ist einfach die erste Assoziation, die ich zu meinem Wochenende habe! Denn jaaa, ich war segeln. Was wäre auch typischer in der „City of sails“ alias Auckland?

Segelboote und Auckland Skyline

Wie ich dazu gekommen bin? Weil die Welt so klein ist, befindet sich Carolin, eine meiner Magdeburger Kommilitonninen, auch gerade in Auckland. Sie hatte in ihrem Hostel eine Anzeige gefunden; Segeln für 30$. Das schlägt natürlich jedes übliche Touristenangebot! Deshalb war ich mehr als bereit, mit Caro und zwei anderen Deutschen meinen Sonntag auf See zu verbringen. Also fuhren wir um 10:30am mit Roger – Bootsbesitzer, Rentner, Engländer – zur „Signs of Passion“. Und dort habe ich erfahren, warum Segeln als Mannschaftssport bezeichnet wird.

Unser Segelboot im Hafen

Meine Segelcrew

Wie gesagt, das war kein Touristenangebot. Und entsprechend mussten wir also mithelfen, um die Jacht aufs Wasser zu bekommen. Wobei, erstmal war es ein Problem, auf die Jacht zu kommen! Wir mussten nämlich buchstäblich in einer Nussschale übersetzen; bloß nicht mehr als drei Leute auf einmal und beim Ein- und Aussteigen bitte „wie ein Katze“ bewegen – Anweisung von Roger. Ich kletterte ins Boot, er rief entsetzt: „Wie eine KATZE! Das war eher… ein Elefant!“ Jaaa, Motorik…

Auf dem Schiff wollte Roger wissen, wer denn schon Segelerfahrung hätte. Ähm, keiner. Naja, darauf wurde keine Rücksicht genommen; jeder musste helfen beim Segel anbringen, befestigen, hochziehen. Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, dass so eine kleine Jacht auch im Hafen extrem schaukelt und es nie weit bis über Bord ist – eigentlich wollte ich die ganze Zeit lieber irgendwie sitzen und mich an Seilen festklammern. Ich fühlte mich wirklich nicht „wie eine Katze“.

Segelboot in Schieflage

Als ich dann endlich doch sicher saß, bekam ich dann auch noch das Steuer in die Hand gedrückt. Okay. Während Roger also Fotos machte, habe ich ‚learning by doing‘ – mäßig ausprobiert, wie man ein Segelboot lenkt. Wir kamen voran! Irgendwie. Roger fragte mich: „Du segelst das erste Mal, richtig?“ Ich: „Ja.“ Setze vorsichtig hinzu: „Hm, mache ich was… falsch?“ Zu meiner absoluten Überraschung antwortete er: „Nein. Du machst es sogar sehr richtig!“

Ich am Steuer eines Segelsboots in Auckland

Meine drei Mitreisenden können sich glücklich schätzen, dass ich sie daraufhin wenigstens kurze Zeit auch mal ans Steuer gelassen habe.

Ansonsten ist Segeln einfach nur schön! Nichts ist cooler, als wenn sich das Schiff so stark neigt, dass du Angst bekommst, zu kentern oder wenigsten ins Wasser zu rutschen. Wir hatten tolles Wetter, es war sonnig, windig und weitestgehend trocken – abgesehen von der Gischt im Gesicht natürlich und einem ergiebigen Regenschauer, als wir wieder im Hafen waren. Wir haben die beeindruckende Küstenlinie Aucklands vom Wasser aus bewundert, unterwegs einen Fisch gefangen und sind halbwegs in eine Segelregatta geraten.

Kleine Segelboote vor der Auckland Skyline

Ernsthaft, wie der Slogan des dritten neuseeländischen Fernsehens sagt:

„Ain’t no place I’d rather be“ – „Es gibt keinen Ort, an dem ich lieber sein würde!“

Love u

P.S.: Nein, es ist nicht „I am sailing“, das wäre ja langweilig!

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