Frühling in Lissabon

A primavera portuguesa

Park im Stadtteil Rato von Lissabon

Olá, es ist Frühling in Portugal! Um ehrlich zu sein: Es ist ein relativ verregneter, aber es gibt auch immer wieder genial sonnige Tage, an denen man zu den Stränden – Cascais oder Costa da Caparica – fahren kann bzw. sich mit Café und/oder Eis in irgendeinen Parque setzen sollte.

Ich hoffe, die Fotos fördern ein bisschen das Fernweh in euch!

no images were found

Ansonsten fällt mir wenig ein, was ich euch erzählen könnte… es muss daran liegen, dass sich langsam alles sehr „normal“ anfühlt. Kein Wunder, ich bin schon 2 Monate (und 2 Tage) hier! Klar, jeden Tag gibt es Momente, wo einem Unterschiede zu Deutschland bewusst werden. Sei es, bezogen auf Uni, wenn man sich zu einem Gruppentreffen verabreden möchte: In zwei Ferienwochen passt es leider nie, auch nach geschätzten 398 Emails mit Ersatzvorschlägen nicht (erstaunlicherweise werden die Ausweichtermine zu 95% von dem abgesagt, der sie gemacht hat oder für den sie gemacht wurden). Stattdessen wurde das Treffen nun in die kommende Vorlesungswoche verlegt, denn „wir haben ja noch bis Ende Mai Zeit und die anderen haben auch noch nicht angefangen“… und besonders krass ist, dass man sich diese lockere Arbeitsweise soooo schnell aneignet!

Locker ist auch das Verhältnis zu Verkehrszeichen: Ich stand letztens an einer vielbefahrenen Avenida und wartete an einer roten Ampel. Sah dabei offenbar ein bisschen gehetzt aus, denn ein Auto hielt an und winkte mich herüber – obwohl die Fahrerin grün hatte und keineswegs die einzige auf der Straße war…

Und natürlich das Klischee der Unpünktlichkeit, was die Portugiesen wirklich oft bestätigen. Doch dann wiederum die sagenhaft überpünktlich abfahrenden Züge! Und Parties oder Vorlesungen, zu denen du (in vermeintlich weiser Vorraussicht) absichtlich zu spät kommst – um dann als Letzte zu erscheinen!

Das System hinter dem portugiesischen Zeitgefühl möchte ich auf jeden Fall noch irgendwann durchschauen. Mit den wichtigsten Zeiten der Vergangenheit, Pretérito Perfeito Simples und Pretérito Imperfeito, klappt es übrigens inzwischen soweit ganz gut. Allerdings spreche ich nicht wirklich português, glaube ich… es ist eher portunhol (den Begriff gibt es wirklich!), also ein Mix aus Spanisch und Portugiesisch (mit sehr vielen eigenen Wortkreationen, die entfernt auf Französisch oder Latein basieren). Aber vielleicht ist das so gar nicht schlecht: Wenn ich portunhol perfektioniere, können mich immerhin ganze 600 Millionen Menschen verstehen! Mit reinem português wären es „nur“ 240 Millionen… hehe

Beijinhos e até logo!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Welt-Erfahrungen