Ich am Hudson River und World Trade Center

Exploring the East Coast

Mall von Washington

Boston, New York, Washington DC – und nicht einmal eine Woche Zeit. Das ist natürlich dicht getaktet, aber was will man machen, wenn plötzlich nur 24 Urlaubstage im Jahr reichen müssen? (Oh je, ich wünschte, ich wäre Student.) Dennoch: Ich glaube, wir haben die Woche ziemlich gut genutzt!

Ruderer auf dem Fluss in Boston

Am 5. September bin ich am frühen Abend am entspannten und glücklicherweise zentrumsnahen Bostoner Flughafen gelandet. Seltsamerweise war das ein bisschen wie Nach-Hause-Kommen: Die Trinkbrunnen überall, grüne Straßenschilder, die schrecklich hohen Bordsteinkanten… das war mir von Texas noch immer vertraut.

Da ich schon beim Zwischenstopp in Dublin meinen US-Einreisestempel bekommen hatte, ging es dann direkt zur gerade noch so erschwinglichen Airbnb-Unterkunft. Wirklich, Boston ist ziemlich teuer, sogar im Vergleich zu New York. Dort kam dann auch Tobias mit seiner Mitfahrgelegenheit aus Montréal an, wohlgemerkt später als ich: Er war wegen Grenzkontrolle und Umwegen für knapp 400 Kilometer Luftlinie fast so lange unterwegs wie ich für 6000.

Reiterstatue im Central Park Boston

Paramount Kino in Boston

Aber es hat alles geklappt, so dass es am nächsten Tag mit der Stadterkundung losgehen konnte. Boston hat für eine US-amerikanische Stadt eine relativ lange Geschichte, die man auf dem Freedom Trail gut erfahren bzw. erlaufen kann.  Freedom Trail: Genau, Boston Tea Party, Amerikanische Revolution und schließlich Unabhängigkeit von den Briten. Der Weg schlängelt sich als roter Faden an historisch bedeutsamen Orten der Stadt vorbei.

Kirche in Boston

Friedhof in Boston

Auf dem Schiff im Hafen von Boston

Boston ist nicht nur geschichtlich bedeutsam für die USA: Die Stadt hat mit Harvard und dem MIT gleich zwei weltweit renommierte Universitäten.  Am Campus liegt dieser Ruf aber vermutlich eher nicht; Harvard ist okay, der MIT-Campus ist bestenfalls Durchschnitt. Naja, es zählen ja die inneren Werte.

Harvards Bibliothek in Boston

Ich erkunde den Campus von Harvard

Weil es das Wetter mit sonnigen 30 Grad (Celsius, natürlich) sozusagen erforderte, waren wir auch am Strand, dem Revere Beach. Ist zwar nicht Cape Cod, aber dafür praktisch per Bahn zu erreichen – einfach eine Station vor „Wonderland“ aussteigen, kurz in den Atlantik springen und dann ein Banana Boat genießen!

Banana Split zum Sonnenuntergang am Revere Beach Boston

Am Dienstag ging es für uns mit dem Megabus schon weiter nach New York. Da wir dort schon vor zwei Jahren eine Woche verbracht hatten, blieben wir nur für eine Nacht im gehypten, aber tatsächlich ziemlich coolen Brooklyner Stadtteil Williamsburg. Insgesamt hatten wir gerade genug Zeit, uns die Gedenkstätte am Ground Zero anzusehen sowie den Hudson River und Times Square entlangzuspazieren.

Ground Zero Monument in New York

Times Square New York bei Nacht

Außerdem haben wir von einer Rooftop-Bar den Ausblick auf das Empire State Building bewundert.  Letzteres war übrigens ein internes NYC Must Do von mir.  Aber auch mit dem Häkchen dahinter: New York wird für mich immer eine Reise wert sein. So sehenswert!

Cocktails in der The Strand Rooftop Bar New York

Ich am Hudson River und World Trade Center

Am folgenden Tag ging es mit dem Bus in die US-Hauptstadt. Washington: Kleiner als erwartet, pompöse Monumentalbauten, spannende Museen. Die Smithsonians sind sogar kostenlos. Wir haben uns das Air and Space Museum und das Museum of Natural History angesehen. Ihr könnt ja mal raten; wer von uns hat wohl welches ausgesucht..?

Ich fotografiere im Airspace Museum Washington

Eingang zum Weißen Haus in Washington

Außerdem haben wir uns klassisch vor dem Weißen Haus fotografiert und haben den Arlington Cemetary besichtigt; Gräber von Kriegsgefallenen bis zum Horizont. Ich frage mich, wie Amerikaner bei diesem Anblick Stolz empfinden können – und nicht den schlichtweg unübersehbaren Verlust. Well.

Weiße Gräber des Cementary Arlington Washington

Wir waren auch im Capitol. Für eine Führung durch das Regierungsgebäude hätte man eigentlich eine vorher ausgefüllte und ausgedruckte Anmeldung gebraucht, aber wir haben auch ohne die locker einen Platz bekommen.  Vielleicht, weil wir unsere Führung am 11. September gemacht haben. Vermutlich aber, weil das Highlight, die Kuppel bzw. Rotunda, zu dem Zeitpunkt von außen und innen wegen Restaurationsarbeiten eingerüstet war.

Das Capitol von Washington DC

Der Besuch hat sich trotzdem gelohnt: Wir hatten einen sehr guten, witzigen Tourguide, der uns begeisterte Geschichten zu ungefähr jeder Säule und jedem Bodenbelag im Gebäude erzählen konnte. So dürfen beispielsweise alle Staaten für das Capitol je zwei Statuen berühmter Persönlichkeiten anfertigen lassen, die aber irgendeinen Bezug zum schenkenden Staat haben müssen.

Hall of Statues im Capitol Washington

Auch bemerkenswert: Die Deckenmalerei in der Kuppel zeigt George Washington in Gestalt des griechischen Göttervaters Zeus. Das Kunstwerk wird daher passend Apotheosis of Washington genannt – die Gottwerdung Washingtons. Das mag man anmaßend finden – oder einfach ein bisschen amerikanisch? Mittendrin steht das „E pluribus unum“ – aus vielen (Staaten) ein (Land) – was vor „In God we trust“ das Motto der USA war.

Decke im Capitol Washington DC

Es ist auffällig, wie sich die Bevölkerung in Washington splittet. In Downtown waren fast nur Weiße, natürlich auch viele Touristen. Dabei ist eigentlich eine knappe Mehrheit der Einwohner schwarz. Unsere Unterkunft lag östlich der Union Station; und dort waren wir auch absolut die einzigen Weißen.

Am Samstag nahmen wir den MARC-Zug zum Flughafen Baltimore. Es ist wichtig, mit dem MARC zu fahren, denn alle anderen Züge kosten vier Mal so viel, obwohl sie dieselbe Strecke fahren. Übrigens für Tobias Anlass, sich einmal mehr über das „Abzock- und Entwicklungsland USA“ zu beschweren. Ganz anders sei das bei den Nachbarn im Norden!

Nun, darum ging es von Baltimore weiter nach Kanada – auch „gelobtes Land“ genannt… Aber dazu demnächst mehr. Seid gespannt!

Tobias und ich am Hudson River in New York

P.S.: Bostoner Band. Schulzeiterinnerung.  

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