Allans Beach bei Dunedin

Seelöwen, Pinguine und ein bisschen Schottland

Dunedin und Bucht

Ich freue mich schon wochenlang darauf, diesen Eintrag schreiben zu dürfen! Berichte nämlich dieses Mal von einem persönlichen Highlight; sowohl von meinem ohnehin unvergleichlichen Südinseltrip, als auch von meinem gesamten Neuseelandaufenthalt: Dunedin und die Otago Peninsula!

George Street in Dunedin

Schon im Voraus erzählte mir jeder, der die Gegend besucht hatte: „Dunedin ist schön. Ein wenig wie Edinburgh. Du wirst es lieben.“ Gut, damit bin ich der Sache nicht mehr unvoreingenommen begegnet, zugegeben. Aber natürlich habe ich dank typisch deutscher Zweifel damit gerechnet, dass meine hohen Erwartungen enttäuscht werden. Wurden sie nicht!!!

Mein Mietwagen von jucy auf der Fahrt von Christchurch nach Dunedin

Im Mitwagen, den ich in Christchurch gemietet habe, erreiche ich am frühen Nachmittag nach Dunedin. Schon die Fahrt von der Canterbury in die Otago Region ist wundervoll; mit schneeweißen Southern Alps rechts; und dunkelblauem Pazifik links der (kaum befahrenen) Straße.

Dunedin selbst ist extrem hügelig und naja, sagen wir mal so, ich bin seeeehr froh, dass ich mir die Sorglosversicherung für zusätzliche $17 pro Tag gegönnt habe (Ausparken ist einfach nicht mein Ding…) Mein erster Eindruck von Dunedin: „Nebelig, verwinkelt, lebenswert“. Die Nacht verbringe ich in einem Hostel namens Hogwartz und der Name sagt eigentlich schon genug; es ist ziemlich einzigartig burgartig. Eigentlich super. Aber die Leute… vorrangig Deutsche. Und einfach nur… keine Ahnung. Komisch, um es nett zu formulieren.

Ich habe jedenfalls unmittelbar nach dem Abendessen Stunden damit verbracht, Couchsurferhosts anzuschreiben – um dann letztlich wie immer Glück zu haben. Und was für ein Glück! Die folgenden beiden Nächte darf ich bei Samson übernachten, Jurastudent an der Otago University (der ältesten in Neuseeland). Ich bin sicher: Er und seine Mitbewohner sind der Hauptgrund, warum ich Dunedin gar nicht mehr verlassen wollte. Ich habe mich noch nie nach so kurzer Zeit so extrem zuhause gefühlt. Am liebsten wäre ich EINGEZOGEN! „Selbstverständlich“ gibt es das übliche Couchsurfer-Entertainmentprogramm à la auf den Gast (mich!) abgestimmte Musik, Filme und klar, auch Schokoladenversorgung. Das ist schon cool, aber vor allem sind es diese unglaublich gastfreunlichen Kiwis, die schlicht unglaublich offen und aufmerksam sind. Samson überrascht mich schon, bevor ich richtig angekommen bin, indem er mich mit „Maria, isn’t it?“ anspricht. Okay, das mag euch jetzt ziemlich normal vorkommen, aber in einem Land, wo euch jeder „Mäwriha“ nennt, beeindruckt das schon. (Samson meint, er hat Deutsch in der Schule gelernt. Aber abgesehen von der richtigen Aussprache meines Namens hat er mit seinen Kenntnissen eher nicht angegeben.)

Seinen Mitbewohner Doug muss ich an dieser Stelle auch erwähnen: Er erinnerte mich stark an Hugh Grants Mitbewohner in Notting Hill, hat außerdem den coolsten chaotischen Haarschnitt ever und vor allem die besten Sprüche. Zum Beispiel: „Ich mache nächstes Semester meinen Abschluss; Bachelor of Arts in Politik und Wirtschaftswissenschaften. Tja. Bachelor of Arts. Heißt also: Überqualifiziert für McDonalds, aber unterqualifiziert für jeden richtigen Job.“ Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie sehr ich gelacht habe – als zukünftige Trägerin des Titels ‚Bachelor of Arts’…

Doch um mal auf Dunedin zurückzukommen: Ich bin alle Touristensehenswürdigkeiten abgelaufen, also Octogan und George Street mit den 100 Cafés und Boutiquen.

Octagon Kirche in Dunedin

Ich war im Museum, in der Art Gallery (wo ich von einem begeisterten Angestellten eine Privatführung bekam), in der Cadbury Chocolate Factory (Schokolade zum Frühstück!)

Führung durch die Cadbury Schokoladenfabrik in Dunedin

im Botanic Garden, in europäisch aussehenden Kirchen, auf dem Campus, am Bahnhof (nach der Sydney Opera das meistfotografierte Gebäude der südlichen Halbkugel – und ich habe sie beide, hehe)

Railway Station

bin die steilste bewohnte Straße der Welt hochgeklettert…

Baldwin Street - die steilste bewohnte Straße der Welt in Dunedin

Abwechslungsreich also. Alles übrigens bei strahlendem Sonnenschein und 17°C. Richtig, wir haben Winter hier unten.

Blick auf die Macandrew Bay bei Dunedin

Allans Beach bei Dunedin

Dann habe ich außerdem einen kompletten Tag auf der Otago Peninsula verbracht, die direkt neben Dunedin liegt. Und das war eigentlich noch besser!! Einsame Strände, grüne Hügel, Schafe und auch Tiere, die man sonst nur im Zoo sieht, gibt es in freier Wildbahn, wie seltene Yellow Eyed Pinguine und Seelöwen. Zufällig lerne ich einen der freiwilligen Tierbetreuer kennen. Er zählt die Seelöwen am Strand und erzählt mir dabei von seinen Erlebnissen mit den Tieren. Als ich frage, wie die sich denn anfühlen, fragte er zurück: „Würdest du sie gerne mal streicheln?“ Hallo, jaaaa? Und ich darf! (Ja, also weich, eher samtig und glatt, wen es interessiert…)

Schafe voraus - Straßenblockade auf Kiwi

ich mit Seelöwen in der Sandfly Bay

Yellow Eyed Penguins auf der Otago Peninsula

Seemöve am Royal Albatross Centre Otago Peninsula

Verständlich, dass ich wirklich nicht weg wollte am nächsten Morgen, oder? Aber ich glaube, mein nächstes Ziel war dann doch der wahre krönende Abschluss meiner Reise, von daher… seid gespannt!

Sonnenuntergang in der Sandfly Bay bei Dunedin

Love you

P.S.: Eindeutig ein paar Kiwis mit Lieblingsbandpotenzial – und ein Lieblingssong für’s Autofahren… UND dazu dieser Liedtext!

Seelöwen, Pinguine und ein bisschen Schottland Comments

  1. Mensch, Maria, immer wenn es richtig spannend wird, hört dein Bericht auf und du vertröstest uns auf nächstes Mal!
    Aber deine Beiträge sind echt toll. Die Fotos lassen uns einen kleinen Bruchteil der Schönheit des Landes erahnen. Vielen Dank, dass du uns an deinen Ausflügen teilhaben lässt!
    Viele liebe Grüße Lucas, Papa und Mama.

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