Angler am Lake Wakatipu von Queenstown

Die Krönung: Queenstown

Ah, Wortwitz im Titel bemerkt?

lake whakatipu von der skyline queenstown

Bevor ich allerdings Queenstown erreiche, habe ich noch einige andere coole Ziele vor mir: Zuerst fahre ich von Dunedin durch die Catlins nach Bluff, dem Städtchen am südlichen Ende des Highways 1, der sich quer durch ganz Neuseeland zieht.

Die Catlins-Region zählt zu den unberührtesten Teilen Neuseelands – und das will schon was heißen! Kaum ein Mensch wohnt hier, die Straßen sind kurvig und führen direkt am Ozean entlang, ein ständiger Wechsel von Berg und Tal macht die Ausblicke immer wieder anders atemberaubend.

nugget point

In Bluff gibt es nicht viel zu tun, ich stelle hier auch eigentlich nur mein Auto ab und erwische gerade so die Fähre zu Neuseelands „dritter Insel“: Stewart Island.

stewart island-wild

stewart island

Und einsamer geht’s nicht. Auf 1,746 km2 leben gerade mal 450 Menschen! Und die meisten davon in Oban, wo auch ich die Nacht verbringe. Die Vögel sind unglaublich laut und das Wasser schmeckt so gut, dass ich es schon zum Frühstück literweise getrunken habe – unübertrieben…

Leider habe ich nur einen Tag auf Stewart Island, den ich natürlich mit Wandern verbringe (sonst gibt’s auf der Insel ja eher wenig zu tun). Es ist so ruhig!

stewart island-beach

Ganz anders ist dagegen Queenstown, die „Adrenalin-Hauptstadt“. Niemand langweilt sich in Queenstown, das ist einfach unmöglich.

queenstown waterfront

Die Stadt mag zwar wie eine Mischung aus St. Moritz und edlem Seebad erscheinen, selbstverständlich mit den entsprechenden Shoppingmöglichkeiten (Louis Vuitton-Store in einer 10.000 Einwohner-Stadt), aber der entspannte Schein trügt: Alles geht in Queenstown, solange es nur verrückt ist! Jetboating, Mountainbiking, Heliskiing, Bungy jumping, Skydiving und vor allem PARTY!!! Das wird hier wirklich groß geschrieben. Mit mitternächtlichem Burger bei Fergburger; kein Restaurant, eine Institution!

fergburger

Als ich am Donnerstagabend im Hostel einchecke, fragen mich meine zwei irischen Mitbewohnerinnen sofort, ob ich sie in die Stadt begleite… Warum nicht? Und Irish Pubs sind mit echten Iren tatsächlich am originalsten!

buffalo club

Lange bin ich aber nicht aus, denn ich habe für den folgenden Tag eine Tour nach Milford Sound gebucht. Eine ewig weite Fahrt mit dem Bus zu einem Fjord, von dem mir viele sagten, dasss es ihre Liebslingslandschaft in Neuseeland sei. Schon die Strecke durch den Nationalpark fasziniert mich mit völlig neuen Eindrücken. Felsige Berge ragen in den Himmel, so steil, dass ich glaube, die Gipfel neigen sich über mir zusammen.

on the way

rohan-te anau

Und dann Milford Sound: Schwarzes, geheimnisvolles Wasser, dunkelgraue Felsen, durchzogen von Wasserfällen, hellgrauer Himmel mit silbernen Sonnenstreifen… Neuseeland hat mich (mal wieder) vollkommen überwältigt. Also, when in NZ, seht euch Milford Sound an, unbedingt. Okay, außer ihr seid Norweger. Die kennen solche Schönheit nämlich angeblich von Zuhause.

milford sound

Auch Queenstown wurde von Couchsurfing-Erlebnissen geprägt. Nach 2 Nächten im Hostel ziehe ich aus der City in den Vorort Fernhill. Wie der Name sagt, liegt der auf einem Hügel, ca. 2km von der Stadt entfernt. Ich komme gegen 21 Uhr an, finde keine Klingel, aber eine unverschlossene Haustür – ich liebe Kiwis… Im Wohnzimmer entdecke ich außerdem die 6 Bewohner plus zusätzliche 3 Gäste; allesamt Jungs übrigens. Sie sind halbwegs auf dem Weg in die Stadt, denn Neuseeland wird gegen Australien spielen (Rugby) und das darf man sich nicht entgehen lassen! Besonders, weil mein Gastgeber in Australien aufgewachsen ist und die 3 Gäste Freunde aus seiner Heimat sind, die anderen Mitbewohner allerdings vorrangig Kiwis sind. Die Rivalität zwischen NZ und OZ ist einfach nur legendär. Ob ich mit in die Stadt möchte? Aber auf jeden Fall!!! Schnell wird mir selbstgebrauter Cider im Marmeladenglas gereicht und ich werde in die Regeln des Hauses eingewiesen („1. Schnapp dir den Platz, wenn jemand aufsteht“, „2. Weibliche Übernachtungsgäste machen den Hausherren Frühstück“ – damit erschöpften sich die Regeln schon. Ach so, an 1. habe ich mich gehalten, an 2. nicht…)

Nach dem Rugbyspiel (die All Blacks haben leider verloren) gab es dann die Queenstown-Barführung für mich. Und ganz ehrlich, Auckland mag 100mal mehr Einwohner haben – Parties in Queenstown sind 100mal besser! Besonders lustig auch, dass ich in jeder Bar aufs Neue von wirklich jedem meiner Begleiter gefragt werde: „Maria, do you want a drink?“ Wenn man bedenkt, dass wir in 4 verschiedenen Locations waren und ich mit 9 Leuten unterwegs war… Möchte an dieser Stelle jedoch (ein wenig stolz) herausstellen, dass ich jedes einzelne Mal höflich abgelehnt habe; wie könnte ich mir von jemandem was ausgeben lassen, bei dem ich umsonst wohnen darf??

Mein Queenstown-Aufenthalt endet mit dem fast obligatorischen Skydive, ein Fallschirmsprung aus 15 000ft Höhe mit 60 Sekunden freiem Fall bei super Wetter und unvergleichlicher Landschaft. Nein, Skydiven ist NICHT schlimm, es macht viel Spaß, du hast noch Tage danach Druck auf den Ohren (und in meinem Fall außerdem die erste Erkältung seit ca. 7 Monaten). Oh, die Aussicht!

skydive

Und dann am Montag zurück nach Auckland, zurück in eine andere Welt… Knapp einen Monat nach meiner Rückkehr werde ich immer noch von Südinsel-Tagträumen heimgesucht – was sich nicht allzu schnell ändern wird, fürchte ich! Selten habe ich schönere, intensivere oder eindrucksvollere 16 Tage gelebt. Es gibt NICHTS, worüber ich nicht schwärmen könnte; alles war schlicht perfekt und nein, immer noch keine Ahnung, warum ich so viel Glück habe. Ich würde alles genauso wieder machen, abgesehen von einer Kleinigkeit vielleicht. Dazu ein Hinweis: Man kann nicht zu viele Fotos machen!!!

Love you and see you very soon!

P.S.: Der Song symbolisiert für mich sämtliche Parties in NZ.

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