Kampfschiff-Museum USS Lexington in Corpus Christi

Und nun die Wettervorhersage: Golf von Mexiko…

…heftige Regenschauer, dicht bewölkt, kräftige Böen, Höchsttemperaturen von 40°F (keine falschen Hoffnungen, das sind etwa 5°C).

Welcome to CC

Man sollte meinen, wir hätten unser letztes Wochenende an der dänischen Nordseeküste und nicht am Golfstrom verbracht… doch tatsächlich, wir sind mit dem Greyhound-Bus nach Corpus Christi gefahren, einer Stadt an der texanischen Küste, nicht mehr weit von der mexikanischen Grenze entfernt.Corpus Christi ist im Sommer bestimmt eine sehr nette Stadt, sicher perfekt geeignet für Surfer. Aber an untypisch kalten und grauen Novembertagen ist es ein wenig schwer, den eigentlichen Charme des Örtchens erkennen zu können.

Steg

Nordsee

Theortisch hatten Rebecca und ich gehofft, ein Wochenende in südlicher Wärme zu verbringen, dazu noch mit Meer direkt vor unserem Motel! Nun, das Meer war da, aber es war eher ungemütlich… doch das hat uns nicht davon abgehalten, uns zu den schöneren Stränden von Padre Island aufzumachen, einer kleinen, Corpus Christi vorgelagerten, langgestreckten Insel. Leider ist es nicht so einfach, dorthin zu kommen, denn speziell im Winter ist der öffentlich Nahverkehr eine Katastrophe: die meisten Busse fahren nur einmal pro Stunde und kein einziger fährt nach Padre Island… Ebstorfer Standard…

Walking

Naja, egal, dachten wir uns, dann laufen wir halt die Strecke über die sechs Kilometer lange Brücke, wie das Europäer eben gewöhnt sind. Aber sechs Kilometer sind schon von Natur aus eher lang – und in Eiseskälte unerträglich lang. Und Amerikaner sind es eben NICHT gewöhnt, zu Fuß zu gehen, weshalb es auch keinen Bürgersteig oder Vergleichbares gab… Allerdings hatten wir Glück und wurden von einer Frau aufgesammelt, die uns in ihrem Auto ein Stück mitgenommen hat.

Aber auf Padre Island angekommen, war es immer noch ein unvermutet weiter Weg bis zum Strand! (Es sah auf der Karte wirklich nach einer sehr schmalen Insel aus. Dem war aber irgendwie nicht so.) Doch wir haben es geschafft und irgendwann Whitecap Beach erreicht. Dabei waren wir absolut die einzigen Fußgänger weit und breit; Amerikaner fahren natürlich direkt bis auf den Strand mit ihren Autos.

Whitecap Beach

Nach einer kurzen Fotosession haben wir uns schon wieder auf den Rückweg gemacht (es war einfach zu kalt…). Um den weiten Weg zu überstehen, haben wir uns in einer German Bakery gestärkt. Dort gab es sogar Weihnachtsstollen! Verrückt. So wie manche Shopeingänge.

Shark entry

German Bakery

Der nächste Tag war nicht weniger eisig, aber tapfer machten wir auf zur Nordküste der Stadt, wobei wir über die beeindruckende Harbor Bridge fuhren. Dort liegt ein ausgedienter Flugzeugträger fest, der nun ein Museumsschiff ist. Doch kaum auf der anderen Seite angekommen und aus dem Bus gestiegen, da begann es in Strömen zu regnen… den größten Teil des restlichen Tages verbrachten wir daher in irgendwelchen Cafés oder Bars, auf deren Toiletten wir unsere Schuhe trocken föhnten, weil diese am meisten gelitten hatten.

USS Lexington

Harbor Bridge

Unser Bus zurück nach Austin fuhr erst um 19:00, was uns mehr als genug (eher zu viel) Zeit ließ, Downtown Corpus Christi zu erkunden. Um ehrlich zu sein, die Stadt scheint mit den kühleren Jahreszeiten in eine Art Zombiestarre zu verfallen; es war einfach KEIN Mensch auf der Straße! Dazu kommt noch, dass viele Gebäude vermutlich vom letzten Hurricane ziemlich zerstört wurden. Insgesamt ist CC leider keine besonders schöne Stadt.

Robot

Zombie City

Zumindest nicht im Regen. Als am späten Abend tatsächlich die Sonne hinter den Wolken hervorkam, sah das Ganze schon wieder ganz anders aus. Die Küstenflaniermeile und der Hafen haben schon was; die weißen Pavillons und die vielen Segelschiffe und Yachten sind besonders nett.

Bayfront

Harbour

Trotzdem muss ich zugeben, dass ich mich gefreut habe, endlich im geheizten Bus zu sitzen. Dass dann unser Anschlussbus „aufgrund des Unwetters“ (übersetzt: aufgrund der niedrigen Temperaturen plus Regen…) leider vier Stunden Verspätung hatte, wir daher in San Antonio festsaßen und erst um 4:30 am Montagmorgen ins Bett fallen konnten… geschenkt.

Port

Alles in allem war es zwar ein etwas chaotisches und ziemlich stürmisches Wochenende – in jeder Hinsicht – aber letztlich sind es ja genau solche Erfahrungen, die lange in Erinnerung bleiben und im Nachhinein die besten Geschichten werden. So, und damit zurück ins Studio bzw. zum Unikram, der fühlt sich schon ganz schrecklich vernachlässigt – und dabei haben doch meine letzten zwei Wochen begonnen!

Cheers!!!

P.S.: Wie man in den Einkaufsmalls bereits sehen kann, kommt Weihnachten immer näher! So get your wish lists ready, vielleicht bringt euch Santa ja etwas aus den USA… doch zuerst gibt es hier etwas aus England!

Santa Claus

 

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