Sonnenaufgang über dem Pazifik, Stingray Beach

Minusgrade und Schwimmen im Pazifik

Bucht von Hahei

Aucklands Ausflugsliebling: Coromandel. Gleich vorweg, es tut mir leid, dass ich länger nichts mehr geschrieben habe… aber das Semester neigt sich dem Ende zu und entsprechend jagt eine Hausarbeit die nächste Präsentation! Nachvollziehbar also, dass ich letztes Wochenende dem Stress entflohen bin, oder? Zusammen mit Claudia haben wir relativ spontan ein Auto gemietet (dieses Mal mit Gangschaltung) und sind nach Coromandel gefahren.

Sonnenuntergang am orere point

Der Name klingt schon vielversprechend… und dennoch wurden unsere Erwartungen übertroffen!

Farne im Coromandel Forest Park

Bachlauf in Coromandel Forest Park

Die Halbinsel Coromandel liegt nur knapp 1 Stunde Autofahrt östlich von Auckland und besticht durch extrem vielseitige Landschaft auf kleinem Raum und mildes Klima. Kein Wunder, dass im Sommer (Dezember bis März) ungefähr alle Aucklander in Scharen die Stadt Richtung Pinnacles, Cathedral Cove und Hot Water Beach verlassen. Das alles lohnt sich aber auch im Winter – und vor allem hat man dann für sich allein!

Fußspuren im Sand, Cathedral Cove hahei

Von Freitag auf Sonntag waren wir in den Pinnacles-Bergen wandern; ziemlich abenteuerlich, besonders, wenn man in Thames unbedingt noch die preisgekrönten Pies probieren muss, auf überflutete Brücken trifft und infolgedessen auf der dreistündigen Wanderung zur Berghütte von der Dunkelheit überrascht wird… Es ist erstaunlich, welche Sinne plötzlich hilfreich werden, wenn du „halb blind“ einen Berg hochkletterst.

hängebrücke im Coromandel Forest Park

Naja, letztlich kamen wir in der Hütte an (so erleichtert!) und haben erstmal unsere Schuhe über dem Ofen getrocknet, ich habe e i s k a l t geduscht und dann haben wir in der Küche und nicht im Dorm übernachtet (geschlafen trifft es nicht), weil uns dort nur kalt war – wir aber nicht erfroren sind.

Wir vor unserer Unterkunft, der Pinnacles Hut

Wir trocknen unsere Schuhe über dem Küchenofen in der Pinnacles Hut

Am nächsten Morgen sind wir dann mit der Sonne aufgestanden und auf den Gipfel geklettert und die Aussicht hat für die harte Nacht mehr als entschädigt!

Sonnenaufgang in den Pinnacles, Coromandel

Ich auf der Spitze der Pinnacles

Danach folgte der Abstieg. Als wir etwa 4 Stunden später beim Auto ankamen, waren wir erwartungsgemäß absolut fertig; aber ganz Südcoromandel war für den Nachmittag noch eingeplant! Also ging es weiter, durch viele kleine Goldgräberstädte und die verschlungensten Straßen bergauf bergab, die ich als Norddeutsche jemals gefahren bin. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht! Wenn auch Claudia manchmal ihr Leben an sich vorbeiziehen sah, fürchte ich… 😉 Und ich frage mich wirklich, wie es Neuseeländer schaffen, mich auf der 20 m langen Strecke zwischen zwei 110° Kurven und bei einer Steigung von 9% zu überholen… nun, wird wohl ihr Geheimnis bleiben.

Es war wieder dunkel, als wir unser Hostel in Hahei an der Pazifikküste erreichten. Dieses Mal schliefen wir unglaublich gut, aber als der Wecker um 6:15am klingelte, sprang ich regelrecht begeistert aus dem Bett, was erstmal am genialen Klingelton lag (s. P.S.) und dann an der Tatsache, dass wir nochmal einen Sonnenaufgang sehen wollten! Ich versuche erst gar nicht, das Gefühl eines Sonnenaufgangs über dem Ozean in einer einsamen Bucht zu beschreiben. Erlebt’s einfach selbst.

Sonnenaufgang über dem Pazifik, Stingray Beach

Gefrühstückt haben wir dann auch am Strand, bei der Cathedral Cove, Drehort von „Die Chroniken von Narnia“ – unwirklich schön. Ich konnte nicht widerstehen und musste dort erstmal schwimmen! Es war auch nicht kalt.

Regenbogenreflektion im Wasserfall, Stingray Bay

Sphinx Rock in der cathedral cove

Heiß war das Wasser dagegen am Hot Water Beach, wo wir anschließend hingefahren sind. Der Strand ist einfach genial: Wenn low tide ist (Ebbe), dann kannst du dir deinen privaten Pool graben; wenige Zentimeter unter dem Sand gibt es nämlich heiße Quellen! Passt aber auf, man kann sich wirklich verbrennen. Gut, dass die Flut Abkühlung bringt.

Wir sitzen am Hot water beach

Zurück ging es entlang Coromandels Westküste, ich wollte eigentlich Edelsteine finden – die sollen dort einfach am Strand rumliegen – war aber erfolglos. Natürlich nur aus Zeitmangel! Wir mussten ja leider zurück nach Auckland.

Oh, und dann kam noch Bezinmangel hinzu… tja, es ist nicht schön, wenn die Tankanzeige schon seit 30 km blinkt und der nächste Punkt auf der Karte nur gelb ist (das bedeutet nämlich: Neuseeländer nennen es „kleine Stadt. Deutsche nennen es vielleicht „2 Familien, die zufällig weniger als einen Kilometer voneinander entfernt ihre Häuser gebaut haben“). Doch mit diesem typischen, unverschämten Glück, an das ich einfach nie glauben kann, haben wir es zur nächsten Gas-Station geschafft, buchstäblich auf den letzten Tropfen…

Dass ich dann die nächsten 3 Tage aufgrund einer wichtigen Hausarbeit insgesamt höchstens 10 Stunden Schlaf hatte… ganz im Ernst: Das ist es wert.

Love u – and NZ!

we love New Zealand - lichtzeichnen in den pinnacles

P.S.: Aufstehen ohne Snooze – es ist möglich, danke, The Drums!

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