"The Window" und der Sonnenuntergang

The Big Bend Theory

Lupinen

In der vergangenen Woche haben mich meine Eltern in Austin besucht. Davon inspiriert auch der Titel des Posts, sie haben nämlich abends im Motel mithilfe einer ähnlich benannten Comedyserie ihr Englisch geübt – und sich über amerikanische Fernsehwerbungen amüsiert… cheers to that! Und an dieser Stelle muss ich noch einschieben, dass Sheldon natürlich Texaner ist. hehe

Rio Grande and I

Big Bend National Park

Aber der Titel bezieht sich außerdem auch auf den Big Bend National Park, den wir – zusammen mit Rebecca – letztes Wochenende besucht haben. Big Bend ist DER Nationalpark von Texas. Entsprechend lohnen sich die langen acht Stunden Fahrt von Austin Richtung Südwesten!

On the way

Windrad

Anders als etwa der Grand Canyon ist Big Bend nicht ansätzlich mit Reisenden überfüllt. Pro Jahr besuchen ihn nur etwa 350.000 Leute (Grand Canyon: etwa 5 Millionen Besucher).

Diese verhältnismäßig kleine Zahl hängt vermutlich vor allem mit Big Bends Randlage direkt an der Grenze zu Mexiko zusammen. Und dadurch vermittelt der Park die leere Endlosigkeit des „Wilden Westens“ in reinster Form. Selbstverständlich stilecht ganz ohne Handyempfang oder W-Lan im „rustikalen“ Chisos Mining Co. Motel. Aber dafür gab es einen wunderbar klaren Sternenhimmel bei wirklich dunkler Nacht, Koyotengesang zum Einschlafen und die bis dato besten Enchiladas meines Lebens – serviert in einer Cowboybar der Geisterstadt Terlingua. Unvergleichlich.

Chisos Mining Co. Motel

Chili Pepper Café

W-Lan Suche

Der Big Bend National Park ist mit über 3.200km² größer als das Saarland Luxemburg (das arme Saarland, muss immer zum Vergleich herhalten und IMMER ist es dabei kleiner). Im Grunde vereint Big Bend drei verschiedene Parks in einem: Es gibt die imposanten Chisos Mountains mit vulkanischem Ursprung, in denen Berglöwen und Bären leben und die grüneren Canyons um den Rio Grande, den Grenzfluss zu Mexiko. Der größte Teil des Parks ist allerdings von der Chihuahua-Wüste bedeckt.

The River

On the road

Aber auch die Wüste ist nicht einfach bloß ein Geröllhaufen: Zuerst einmal hat es dort unerwartet gut gerochen, irgendwie nach Kräutern oder Gewürzen; vielleicht auch einfach bloß nach frischer Erde und klarer Luft? Dann habe ich noch nie so viele verschiedene Kakteensorten nebeneinander gesehen, dazwischen immer wieder kleine Blumen als Farbkleckse. Hin und wieder huscht ein Roadrunner vor dir über die Straße. Kurz gesagt, es gibt sehr viel zu entdecken und je länger man hinsieht, desto deutlicher wird, dass unmöglich alle Details zu erfassen sind! Darum hier einfach ein paar Eindrücke:

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Wir waren übrigens zum Mittagessen auf der anderen Seite des Rio Grandes, in Boquillas del Carmen, Mexiko – jaaa, ich habe es letztlich also doch noch nach Mexiko geschafft!! Dieser Grenzübergang war aber eigentlich nach den Anschlägen von 9/11 geschlossen worden und wurde erst im letzten Jahr wieder geöffnet; absolutes Glück für uns also!

Border Crossing

Boat Operator

Denn der Ausflug war sehr interessant, allein schon das Übersetzen mit dem kleinen Ruderboot (man hätte den Fluss auch einfach durchwaten können), dann die bunten Häuser, selbstgebaut aus sonnengetrockneten Lehmziegeln. Das mexikanische Immigrationsbüro im LKW-Anhänger, wo dich die noch nicht routinierten Beamten nach verwirrtem Blick in deinen bordeauxroten Reisepass fragen, ob das alemán sei.

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Dazu die Esel und Pferde, die frei durch das Dorf laufen – und als passende Kulisse dahinter die eindrucksvollen Berge mit der laut unserem mexikanischen „Reiseführer“ noch nicht erschöpften Puerto Rico Silbermine. Zum etwas haarsträubenden Abschluss des Ganzen und für den zusätzlichen Adventurepoint folgt bei der Rückkehr nach Texas noch ein einschüchterndes Inquisitionstelefonat mit der US-Grenzaufsicht in El Paso.

Aber zum Schluss hat doch alles geklappt und sie haben uns wieder nach Texas einreisen lassen! Big Bend National Park ist definitiv die Fahrt ans Ende der Welt wert und hätte eigentlich mehr als nur ein Wochenende verdient.

Palm Trees

P.S.: Wenn man nur eine CD dabei hat und das Radio nicht eine einzige Welle empfängt, bleiben manche Lieder und Erinnerungen wohl auf ewig miteinander verknüpft.

P.P.S.: Das hier ist nun tatsächlich mein 50. Blogpost! Wuuuw, bin ja gespannt, ob etwas Cooles passiert, wenn ich den jetzt veröffentliche! 🙂

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